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Indoor-Growing
Unter Indoor-Growing (engl. ungefähr "Züchten im Haus") versteht man das Züchten von Hanf (Cannabis) in Innenräumen, zumeist unter Kunstlicht. Es stellt damit das Gegenstück zum Outdoor-Growing dar.
Nach der Größenordnung und Intention lassen sich zwei Formen des Indoor-Anbaus unterscheiden:
Zum einen das sogenannte „Homegrowing“ (Heimanbau), das kleine, vornehmlich eigenbedarfsorientierte Zuchtanlagen mit wenigen Pflanzen umfasst, wie etwa Growschränke, zum anderen große, kommerziell betriebene „Hanfplantagen“, wo hunderte oder tausende Pflanzen für den Schwarzmarkt produziert werden.
Das Indoorgrowing konkurriert somit mit dem klassischen Import von Marihuana und Haschisch aus Marokko und anderen traditionellen Hanfanbauländern
und trägt zur Angebots- und Preisstabilität auf dem heimischen Markt
bei. In Großbritannien überwiegt der Indooranbau bereits den Import.
2002 teilte die damalige rot-grüne Drogenbeauftragte Marion
Caspers-Merk bezüglich Deutschland mit, dass „die Trennung der Märkte
zwischen sogenannten harten und weichen Drogen Mitte der 80-er Jahre
ein wesentlicher Diskussionspunkt für den Vorschlag anders mit Cannabis umzugehen war. ... In der Realität versorgt sich ein Großteil der deutschen Szene aus eigenem Anbau."
Der Indooranbau reicht bis in die 1970er Jahre zurück und gründet sich auf folgende Sachverhalte:
• die staatliche Repression, die den ökonomisch ungünstigeren, aber besser zu verbergenden Indooranbau gegenüber dem Anbau im Freien forciert. Die Notwendigkeit, diesen Nachteil durch erhöhte Produktivität auszugleichen, hat hochpotente Cannabisprodukte hervorgebracht.
• die technischen Entwicklung brachte effektivere Beleuchtungs- und Klimatechnik hervor
• die Verfügbarkeit von hochwertigem Saatgut
• die Erfindung der Sinsemilla-Technik
• die rege Nachfrage
Die Beleuchtung erfolgt meist mittels Hochdruck-Natriumdampflampen, die Belüftung und Geruchsbekämpfung mit sogenannten Rohr- oder Schneckenhauslüftern und passenden Aktivkohlefiltern. Der Anbau erfolgt in kleinen Anlagen meist auf Erde, in großen Anlagen als Hydrokultur auf Steinwolle oder Kokosmatten. Große kommerzielle Anlagen werden meist voll automatisiert betrieben.
Der für den Indooranbau benötigte gärtnerische und technische Bedarf ist in sogenannten Growshops erhältlich.
Kulturverfahren
Zur
Anzucht werden entweder Samen verwendet, die naturgemäß weibliche und
männliche Pflanzen hervorbringen, oder Stecklinge (Klone), die von
einer weiblichen Mutterpflanze gewonnen werden und damit ebenfalls
weiblich sind. Letzteres wird bei größeren Plantagen bevorzugt, da
hierbei das Entfernen der männlichen Pflanzen entfällt
(Sinsemilla-Technik). Es gibt außerdem verschiedene
Kultivierungstechniken wie z.B. die "Growtube", den "Sea of Green" bzw.
den Scrog.
Die Samen werden in handelsüblichen Blumentöpfen eingepflanzt. Diese werden zuerst mit Schwarzweissfolie
ausgekleidet bis die Pflanzen ca. 10 cm groß sind. Hanf wird in der
Wachstumsphase 18 Stunden pro Tag beleuchtet. Ist etwa die Hälfte der
angestrebten Endhöhe erreicht, wird die Blüte eingeleitet, indem die
Beleuchtungsdauer auf 12 Stunden pro Tag verkürzt wird. Die Ernte
erfolgt, wenn die transparenten Trichomköpfe (Harzkristalle) milchig
trüb bis braun werden. In dieser Phase enthalten die Pflanzen die
optimale Kombination aus hoher THC-Menge und dem für das Wirkungsprofil bedeutsamen optimalen THC-CBN-Verhältnis. CBN, das kontinuierlich durch Oxidation aus THC
entsteht, macht müde und ist meist unerwünscht. Die Pflanzen werden
dann von den größeren Blättern befreit, getrocknet und fermentiert und
entweder als Marihuana belassen oder zu Haschisch weiterverarbeitet.
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Der Anbau von THC-reichem Hanf ist in Deutschland grundsätzlich strafbar. Ausnahmegenehmigungen zur medizinischen Verwendung von Cannabis können beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt werden und dürfen nach einem neueren Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom BfArM nicht mehr kategorisch abgelehnt werden.
Quelle: www.wikipedia.de
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